Planetarisches

Warum kann Asbest eine freiheitsberaubende Wirkung haben ?

DSC00003Dass das wegen seiner Hitzebeständig- und Isolierfähigkeit besonders in der Bauwirtschaft geschätzte Asbest eine tödliche Wirkung hat, ist bereits seit Jahrzehnten bekannt . Schon im Jahre 1898 hatte ein britischer Fabrikinspektor auf diese Eigenschaft aufmerksam gemacht. Dass Asbest neuerdings eine freiheitsberaubende Wirkung haben kann, hat jetzt ein Zivilgericht in Turin nach zweijähriger Prozessdauer unter Beweis gestellt. Der ehemalige Eigentümer der italienischen Eternit-Niederlassung und einer der Spitzenmanager des 1986 in Konkurs gegangenen Unternehmens sind zu jeweils 16 Jahren Haftstrafe verurteilt worden. Ihnen wird der Tod von mindestens 3.000 Menschen in vier italienischen Eternit-Fabriken und deren direkter Umgebung vorgeworfen. Als Ausrede und Grund für eine mögliche Berufung von den beiden Angeklagten benutzt wurde die Behauptung, sie seien nicht für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften verantwortlich gewesen. Eternit ist erst seit dem Jahre 1992 offiziell verboten, obwohl bereits lange zuvor nachgeweisen worden war, dass schon wenige Asbestfasern pro Kubikmeter Atemluft eine krebserzeugende Wirkung haben können. Die Angehörigen der Verstorbenen haben nach diesem bisher in der italienischen Industriegeschichte einmaligen Urteil auf jeden Fall dessen freiheitsberaubende Wirkung mit Genugtuung zur Kenntnis genommen.

Warum ist der Junge aus der Via Gluck aktueller denn je ?

06_65-celentanoDrammatisch ...... die Verschiebung der Werte .
Adriano Celentano , ein Hellseher ? http://www.youtube.com/watch?v=DxSCsxQpjlU

Warum war Italiens erster Ökologe ausgerechnet ein Sänger ?

06_65-celentanoDeshalb .......

Adriano Celentano "Il ragazzo della Via Gluck " ... der hat schon Anfang der Sechziger begriffen, mit was wir uns heute rumschlagen muessen .

http://www.youtube.com/watch?v=5Q-NaC7P3a0

Warum hat das Schiffsunglück vor Giglio auch etwas Gutes?

PICT3364Traurig , aber wahr . Viel Medienlärm erzeugende Katastrophen setzen auch Politiker und Bürokraten in Bewegung . Diesmal recht flott, denn das italienische Umweltministerium hat nicht nur die Schlussfolgerungen für die Sicherheitsabstände an den Küsten , sondern auch für den Schutz der Lagunenstadt Venedig getroffen. Dort fahren tagtäglich "schwimmende Hochhäuser" bis ins Bacino di San Marco (s. Photo) , damit die Passagiere den Markus-Platz aus der Nähe bewundern dürfen. Millionen Kubikmeter Wasserverdrängung am Bug, obwohl allein die Sicherung der Stadtfundamente bereits Millionen verschlingt. Umweltminister Clini hat beschlossen, dass als erstes (2013) eine alternative Schiffsroute für Luxusliner und später (Fertigstellung 2017) ein neues Terminal vor der Lagune gebaut werden muss. Ausserdem sind Überlegungen im Gang, ähnlich wie bei Öltankern auch beim Bau von Kreuzfahrtschiffen die Verwendung einer doppelwandigen Aussenhaut vorzuschreiben. Hoffentlich nicht zu spät !

Warum muss nicht nur der Kapitän des vor der Insel Giglio havarierten Luxusliners sich unangenehme Fragen gefallen lassen ?

PICT3364"Übermut tut selten gut" . Dieses alte, fast banal klingende Sprichwort scheint sich auch bei dem Schiffsunglück vor der toskanischen Küste zu bewahrheiten. Einen 290 Meter langen und 36 Meter breiten Luxusliner mit 15 Knoten durch eine nur 60 Meter breite Passage zu steuern bedarf es eines "ganzen Kerls". In Seemannskreisen wird das jedenfalls als ein Beweis für besonderen Mut und professionelles Können angesehen. Tatsächlich entspricht das von Kapitän Schettino durchgeführte, als "Inchino" (=Verneigung) bekannte Manöver einer gängigen Praxis, die von den Hafenbehörden stillschweigend geduldet und von den Küstenbewohnern sogar begrüsst wird. Das gleiche gilt wohl für den Reeder , der diesen Brauch als "kostenlose" (sie hat vermutlich über 30 Tote gekostet) PR-Aktion nutzt und sich deshalb nicht auf Unkenntnis berufen kann. Dass es sich um keine offziell "saubere" Angelegenheit handelt, geht aus der Tatsache hervor , dass dabei regelmässig das satellitengesteuerte Tracing-System Ais ausgeschaltet wird, um keine technisch nachweisbare Spuren zu hinterlassen. Nicht ohne Grund hat die Reederei die auf ihrem Blog als "unvergessliches Urlaubserlebnis auf futuristischen Kreuzfahrtschiff" gepriesene Verneigungs-Zerimonie sofort nach dem Unglück von ihrem Blog verschwinden lassen. Die Schuld gänzlich auf den Kapitan abzuwälzen scheint jedenfalls nicht korrekt , auch wenn Art und Ausmass des Abweichens von der vorgesehenen Route in dessen alleiniger Beurteilung liegt. Noch bedenklicher sind die Vorgänge nach Eintreten der Havarie : Zum Vorschein kommt dabei die von allen Reedern praktizierte Regel, die Geschehnise nach Möglichkeit (hier als reinen Stromausfall) zu verharmlosen und nur bei einer offensichtlich sich anbahnender Katastrophe den Einsatz der Küstenwache anzufordern. Denn das hat selbst bei kleinster Ursache eine Bordinspektion zur Folge , die bis zu acht Stunden in Anspruch und mehrere hunderttausend Euro kosten kann. Dies wäre - neben den bisher unbestätigten Mutmassungen über die Rolle von Alkoholgenuss und Damenbesuch - eine plausible Erklärung für die beharrliche Zögerlichkeit , mit der der Kapitän nach dem Auflaufen des Schiffs vorgegangen ist. Ebenfalls unangenehme Fragen gefallen lassen müssen sich viele Regierungen dieser Welt, die im Namen der Wirtschaftlichkeit den Bau immer grösserer Kreuzfahrtschiffe zulassen . Mehr als 4.200 Passagiere und Bordangehörige (in einer finnischen Werft wird gerade ein Luxusliner für 6.200 Personen gebaut) zu evakuieren , ist kein Kinderspiel - geschweige denn auf offener See bei hohem Wellengang und Schlechtwetterbedingungen . Glück im Unglück für die Passagiere der bereits bei ihrer Jungfernfahrt unglücklichen Costa Concordia (der traditionelle Sektflaschenwurf war erfolglos) . Doch was geschieht, wenn die überwiegend aus Schweröl bestehenden 2.400 Tonnen Treibstoff vor der unter Naturschutz stehenden Inselwelt auslaufen ?

Warum ist es in den Orobischen Alpen so schön ?

Deshalb ...........................
PICT3949 deshalb..................
PICT1096 und deshalb... PICT0027

.........aber auch deswegen http://youtu.be/-FKD2_3yqqE

Warum ist auch eine Reise in die herbstliche Toskana lohnend ?

PICT1944Eine ausgiebige Antwort liefern die südwestlich der toskanischen Provinzhauptstadt Siena gelegenen Naturparks Tocchi, Cornocchia und Palazzo, die Freizeitmoglichkeiten der besonderen Art bieten. Angesichts der Vielfalt einheimischer Flora und Fauna kommt der auf einen sanften Tourismus bedachte Urlauber, Wanderer und Pilzesammler hier voll auf seine Kosten. Wilde Tierarten wie Fuchs, Dachs, Wildschwein, Wildkatze, Reh, Eule und verschiedene Greifvögel bewohnen die dichten Kastanien- und Pinienwälder, die auch mit dem Mountain Bike oder auf dem Rücken eines Pferdes durchstreift werden können.
Die Biodiversität der Reservate lässt sich anschaulich im Museo del Bosco in Orgia nachvollziehen. PICT2040 Ausserdem bietet die Region mit ihren Erdwärmekraftwerken ein greifbares Beispiel, wie die Geothermie seit langem als natürliche und umweltfreundliche Energiequelle genutzt wird. Die geothermische Anlage von San Martino mit dem sie umgebenden Lehrpfad steht den Besuchern auch ohne Voranweldung offen. Als architektonische Zeugen besonders sehenswert sind die Zisterzienserkirche von San Galgano, das Kloster von Mustiola in Sovicille , die Villa Pannocchieschi in Angua , das Castello di Capraia, das Etruskermuseum in Murlo und das Castello Tocchi bei Monticiano. Einen Leckerbissen für Himmelsbeobachter bietet die aus einer mittelalterlichen Eisenhütte enstandene Villa Ferraia, die neben Schwimmbecken und Sauna auch ein gut ausgerüstetes Observatorium mit Teleskop und Konferenzsaal für Fachvorträge zur Verfügung stellt.
In dem hauseigenen Obst - und Gemüsegarten kann der Urlauber die Zubereitung der aus eigener Schlachtung gemetzgerten Salsiccia mitverfolgen und die auf offenem Feuer gegrillten Würste zusammen mit anderen einheimischen Spezialitäten aus biologischem Anbau verkosten. PICT2049Grundlage ist die jahrtausend alte , auch heute auf freier Weide gehaltene Schweinerasse "Cinta Senese" , deren Fleisch auch zusammen mit dem des Wildschweines zu einer delikaten Salami verarbeitet wird. Eine ideale Ergänzung bieten die Qualitätsweine der benachbarten Strade del Vino wie die des Nobile di Montepulciano, des Vernaccia di San Gemignano und des Rosso di Montalcino. Abgerundet wird das kulinarische Erlebnis durch den für die Region typischen, aus Kastanienmehl , Nüssen, Dessertwein , Bitterschokolade und Pinienkernen zubereiteten "Castagnaccio ". Buon appetito !

Warum wird jetzt Ferrari-Fahren noch exklusiver ?

Der italienische Sportwagenhersteller hat ein Programm für auf ganz spezielle Kundenwünsche zugeschnittene Fahrzeugausstattungen angekündigt.Emilia11 Das vor kurzem in Maranello vorgestellte Projekt "Tailor-Made" beinhaltet drei Grundvarianten : "Scuderia" mit ihren dem Rennsport entliehenen Baustoffen wie Mikofasern aus Kevlar und satinierte Metalle. "Classica" mit ihren nostalgischen Pastellfarben und Innenausstattungen aus besonders hochwertigen Materialen wie Leder, Cashmerewolle und Seide. "Inedita" mit einer Vielzahl neuer technisch hoch innovativer Lösungen. Im Anschluss an die Bestellung kann der Kunde jeden einzelnen Fertigungsschritt telematisch bis zur Auslieferung mitverfolgen. Der Unternehmensvorsitzende Luca di Montezemolo erklärte, dass Tailor-Made im kommenden Jahr zunächst ein paar Dutzend an Unikaten hervorbingen werde. Auf längere Sicht sollen es einige Hundert unter den jährlich 7.300 produzierten Fahrzeugen sein. Buon viaggio !

Warum können die Italiener auch in Sachen E-Mobility mitreden ?

Dass Elektrofahrzeuge in Italien nicht nur von Fiat und Piaggio hergestellt werden, zeigt der Erfindergeist auch kleinerer weniger bekannter Firmen .PICT0708 So hat die bei Varese beheimatete Movitron ein vollständig in Italien gefertigtes Elektroauto auf den Markt gebracht. Mit seinen 2,3 Metern Länge und einschliesslich Batterien nur 400 Kilogramm Leergewicht kommt der "Teener" auf eine Reichweite bis zu 75 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometern. Aufgeladen werden kann der aus neunzehn 12 V 24 Ah -PbGel-Batterien bestehende Akku an jeder normalen Steckdose in maximal fünf Stunden. Erhältlich ist das knapp über 12.000 Euro teure serienmässig mit Leichtmetallfelgen ausgestattete Fahrzeug auch als Pickup-Version mit 5 Kubikmetern Ladefläche . Die Betriebskosten werden mit 50 Cents pro Batterieladung und die Haftpflichtversicherung mit 85 Euro im Jahr beziffert. Ihren ersten staatlichen Abnehmer gefunden hat der Teener in der Landesregierung der Basilikata, die damit die Polizeiverwaltung der wegen ihrer Tuffsteinarchitektur bekannten Weltkulturerbe-Stadt Matera ausgrüstet hat. Ein anderes Beispiel ist die in Turin beheimatete Autodesignerfirma Di Camillo Design & Communications, die einen Citycar mit aufblasbarer und stossfester Aussenverkleidung entwickelt hat . Der zu Preisen zwischen 11.000 und 15.500 Euro erhältliche "Blow Car" soll in der Nähe von Pescara montiert werden. Geplant sind zwei Ausführungen: Ein 1,50 Meter breiter "Small" mit 2,70 Metern Länge und ein 1,68 Mter breiter "Medium" mit 3,00 Metern Länge. Als Antriesbsarten stehen ein Verbrennungs-, ein Elektro - und ein Hybridmotor zur Auswahl. In der E-Version kommt das 480 Kilogramm schwere Fahrzeug auf eine Reichweite 160 bis 180 von Kilometern.
Mit dem ausschliesslich aus italienischem Knowhow stammenden Elektroauto "Girasole" bereits vor einigen Jahren in Japan gestartet ist die bei Mailand beheimatete Firma Start Lab, die in Kooperation mit dem Autoimporteur Yoshio Takaoka den 2,34 Meter langen und 1,51 Meter breiten Microcar vertreibt. Der wegen seiner Leichtbauweise nur 490 kg schwere Winzling kann bis auf 65 km/h beschleunigt werden. In Italien ist das Ökofahrzeug fünf Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit und kommt außerdem in den Genuss eines fünfzigprozentigen Preisabschlages bei der Haftpflicht. Ein besonders kostengünstiges Elektrofahrzeug hat die auf erneuerbare Energien spezialisierte Energy Resources SpA mit dem italienischen Kraftradfabrikanten Wt Motors entwickelt. Mit dem "Elettra" kann je nach Ausführung eine Höchstgeschwindigkeit von 40 bis 70 Stundenkilometern erreicht werden. Der verwendete Lithium-Polimer-Akku bringt den auch mit Vierradantrieb gebauten City Car mit einer Ladung bis auf 170 Kilometer Reichweite. Firmenchef Enrico Cappanera ist gedanklich schon ein gutes Stück weiter: "Autos aus der Steckdose zu versorgen, bedeutet nichts anderes, als das Abgasproblem von den städtische Ballungsgebieten auf die überwiegend mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerke im Umland zu verlagern." Deshalb werde bereits daran gearbeitet, das Elektroauto mit einem ökologischen Gesamtpaket in Form einer photovoltaischen Ladestation auszustatten.

Warum kooperieren die Italiener mit den chinesischen Automobilherstellern ?

PICT3595-aaDer chinesische Autobauer Bejing Automotive Group (Baic) unterhält bereits seit längerem Kooperationen mit Daimler , Hyundai und Mitsubishi. Jetzt hat das Unternehmen auf Einladung der Turiner Handelskammer eine Vertretung in der piemontesischen Hauptstadt eingerichtet. Anlass ist des von italienischen Industriellen in die Wege geleitete Projekt "From Concept to Car" , an dem 150 regionale Aurtomilausrüster teilnehmen. Die von den Chinesen zunächst für ein Jahr geplante Initiative kann nach Worten von Baic-Chef Xu Heyi zur Einrichtung einer permanenten Repräsentanz und damit zu einer nachhaltigen Steigerung der von beiden Seiten gewünschten Synergien führen. Umgekehrt haben in den letzten vier Jahren zwanzig piemontesische Hersteller ihre Büros in den chinesischen Industriestädten Hefei und Changchun eingerichtet. Unterdessen wächst der chinesische Pkw-Markt mit zweistelligen Zuwachsraten. Für Ferrari bedeutet China inzwischen der zweitgrösste Absatzmarkt hinter den Vereinigten Staaten. Baic - aus einer Kooperation mit Bertone sollen bald eine neue Mittelklasse-Limousine und ein Kompaktfahrzeug entstehen- rechnet im laufenden Jahr mit einem Umsatz von 22 Milliarden Euro und einer Verdopplung des Fabrikausstosses auf vier Millionen Fahrzeuge ab dem Jahre 2015. Die im Piemont beheimateten Automobilzulieferer erwirtschaften jährlich 25 Milliarden Umsatz und vereinigen damit die Hälfte des gesamten Branchenergebnisses. Complimenti !

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